Grab
24.
Januar
2026
-
für Conrad
- An den Ahornzweigen
-
blüht der Schnee.
- Die ausgerissene Blume
-
in der Hand.
- Dein Name im Stein.
-
Die Zunge unter dem Moos.
- Ich rufe die Wörter
-
in den Satz,
- bis nichts bleibt,
-
nicht der Haselstrauch,
- nicht die Mehlbeere
-
mit den Sperlingen darin,
- nicht die Thujahecke
-
gegen den Lärm
- und für niemanden
- ein Grab.
Sascha Garzetti (*1986) studierte Germanistik, Geschichte und Skandinavistik an der Universität Zürich. Er unterrichtet Deutsch an einem Gymnasium sowie Literarisches Schreiben an einer Volkshochschule. Garzetti schreibt Lyrik und Prosa und ist u. a. Teil des Projekts «Einsames Begräbnis». Zuletzt erschien der Gedichtband «Mund und Amselfloh» (Wolfbach 2018).
Dieses Gedicht wurde kuratiert von Internationales Lyrikfestival Basel.
Sascha Garzetti liest am Internationalen Lyrikfestival Basel 2026. Link
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